Kampf im Inneren


Die Glückauf-Halle in Bertlich ist rappelvoll. 79 Sportler treten beim Bundeslehrgang an. Ihr Lehrer: Karl Köppel, der Aikido-Bundestrainer.

Zahlreiche Teilnehmer aus Marl sind auch mit dabei. Gemeinsam mit den anderen lauschen sie dem Meister des Aikido-Sports. Karl Köppel erklärt die Aufgaben. Danach sind die Sportler selbst an der Reihe. Renate Behnke ist sehr zufrieden mit dem Lehrgang "Es läuft alles sehr gut. Außerdem finde ich es immer wieder erstaunlich, dass auf einer Matte so viele Menschen trainieren. Und alles ohne sich als Konkurrenten oder Gegner zu sehen", sagt das Vorstandsmitglied des Aikido Club Herten. Aikido ist eine wettkampffreie Sportart und deswegen keine Kampfkunst. "Es ist mehr ein Kampf gegen den inneren Schweinehund", erklärt Behnke. Beim Aikido ist es wichtig, dass sich beide Trainingspartner aufeinander verlassen können. "Sonst passiert es schnell, dass mal ein Arm gebrochen ist", erklärt Christine Lohrmann. Aber es geschieht nur selten etwas.



Bundestrainer Karl Köppel zeigt einem Teilnehmer den Griff "Ude kime Nage". Gleich 79 interessierte Sportler nehmen an dem Lehrgang teil.



"Ich denke, dass bei Ballsportarten mehr passieren kann", sagt Renate Behnke. "Das Meiste passiert durch Dummheit oder Übermut". Aikido basiert auf Austausch von Techniken. Denn jeder hat seine eigenen Techniken und Stilrichtungen. "Die Teilnehmer wenden 15 andere Techniken an als der Meister vorgibt", lacht Renate Behnke. Auf dem Programm für diesen Lehrgang steht die Abwehr von Messerattacken, die Techniken des "Tanto". Über zwei Stunden stehen die Teilnehmer an zwei Tagen in der Halle. Dieses Pensum macht die Lehrgänge aus. Es gibt sechs Seminare pro Jahr in verschiedenen Städten.

Das Anfängerstadium haben die Teilnehmer aber schon längst hinter sich gelassen. Immerhin sind die Teilnehmer selber Meister oder Trainer.



Mittwoch, 30. April 2008 | Quelle: Marler Zeitung (Marl)


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